Dr. Heinz Reinwald im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt beim 3. Quer-Denken.TV-Kongreß am 26. und 27. November 2016 in Bergheim. Einem der berühmtesten Ärzte der Antike, Hippokrates, wird der Satz in den Mund gelegt, daß alle Krankheiten im Darm ihren Ursprung haben.Der russische Biologe und Nobelpreisträger Ilya Mechnikov hat diese alte Weisheit zum Ende des 19. Jahrhunderts sogar noch verschärft: „Der Tod sitzt im Darm“, lautete seine Aussage.

Mechnikov war der Erste, der auf die besondere Bedeutung des Milieus von Bakterien in unserem Darm aufmerksam gemacht hat. Dennoch galt es Jahrzehntelang als unwissenschaftlich, sich mit dem Studium des Darms und unseren Ernährungsgewohnheiten zu beschäftigen. Spätestens mit der vor wenigen Jahren gemachten „Entdeckung“ des Mikrobioms, der Gesamtheit an Bakterien, Viren und Pilzen, die den Menschen innen und außen besiedeln, hat sich das geändert. Einige Wissenschaftler sprechen gar von der Mikrobiom Revolution.Hunderte von Billionen an Bakterien besiedeln uns. Bislang als Feinde wahrgenommen, entpuppen sie sich bei intaktem Milieu als wesentlicher Teil unseres Immunsystems. Sie produzieren Enzyme, Botenstoffe und Proteine. Sie aktiveren Freßzellen für unsere Abwehr und kontrollieren unsere Fähigkeit, Nährstoffe aufzunehmen und zu verdauen. Sie steuern unser Gewicht und über die Darm-Hirn-Achse sogar unsere Gehirngesundheit, indem sie das Eindringen von Giften verhindern können. Sie haben demnach auch Einfluß auf unsere Stimmung und unser Verhalten.In seinem Buch Fire in the Belly – Feuer im Bauch, beschreibt der Darmspezialist Dr. Keith Scott-Mumby auf beeindruckende Weise, den selbst für ihn überraschenden Mitverursacher der meisten Erkrankungen: Entzündungen im Darm. Selbst neurologische Erkrankungen und vielfach in der Fachwelt noch als psychische Störungen angesehene Erkrankungen werden von ihm als Störungen des Bakterienmilieus und entzündliche Prozesse im Verdauungssystem entlarvt. Sie nehmen inzwischen weltweit pandemische Züge an. Unser westlicher Lebensstil und unsere vorwiegend an Kohlenhydraten und Zuckern reiche Ernährung sind die Hauptverantwortlichen für diese Entwicklung. An beiden Hebeln können wir sinnvoll ansetzen, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern.

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